Eine Woche der Fastenzeit ist bereits vorbei

und manch einer nutzt diese Zeit auch tatsächlich, um auf Zucker, Alkohol etc. zu verzichten. Ich las heute Morgen am Kindergartenaushang, dass die Gruppe meiner Tochter diese Woche auf Streit verzichten möchte und freute mich. Diese kleinen Menschen lernen direkt, auf welche unnötigen Dinge man im Leben verzichten könnte.

Wie oft denken wir darüber nach, welche unnötigen Dinge wir im Arbeitsalltag einfach mal für 40 Tage sein lassen könnten? Was wäre das für eine Arbeitswelt, in der es am Aschermittwoch ein offizielles Fastenmeeting geben würde? Und es wird festgelegt, dass zum Beispiel 

  • unnötige Meetings nicht stattfinden.

  • Redezeiten begrenzt werden

  • Schuldzuweisungen verboten sind

  • Lästern nicht stattfindet

  • Gemeinsames Lamentieren und gegenseitiges Runterziehen keinen Platz hat

  • ….

Und dann darf jeder einzelne sich auch für sich überlegen, auf was er verzichten möchte:

 

  • Schimpfen ( auch im Geiste) über „unfähige“ Kollegen oder Mitarbeiter

  • Bewerten von anderen

  • Den inneren Kritiker

  • Sich selbst in Stress versetzen

  • Sich von Nichtigkeiten ablenken lassen

Das wären wirklich wunderbare Vorsätze.

Aber die Erfahrung zeigt: 40 Tage können ganz schön lang sein. Und die Motivation wird nicht dauerhaft 100% betragen. Wie also könnten wir unsere Business-fastenzeit durchhalten? Was tun und denken wir stattdessen?

Wir könnten vielleicht:

  • Eine kurze Anfangsrunde ans Meeting setzen, in der jeder 1min Zeit hat, um auszudrücken, wie es ihm geht/was ihn beschäftigt

  • Mehr Lob aussprechen

  • Intensiver Zuhören

  • Uns gegenseitig motivieren

Und wenn wir scheitern, weil jemand doch den roten Knopf erwischt hat, und wir uns ärgern, schimpfen und gestresst sind? Dann macht das nichts. Denn wir haben eins bereits begriffen: Wir sind uns bewusst darüber, dass wir uns eigentlich anders verhalten wollten. Das ist der 1. Schritt. Und nun können wir immer wieder von vorne anfangen. Wir lernen, machen Fehler, werden besser.

Und jeden Tag können wir stolz sein auf das, was wir erreicht haben. Jeder für sich und Miteinander. Wenn Meetings zielorientierter und effizienter werden, der Umgangston freundlicher wird, wir füreinander und miteinander da sind.

Vielleicht lohnt sich dann nach 40 Tagen auch der Gedanke, ob man die Fastenzeit in der Arbeit möglicher Weise verlängern möchte…

Welche Vorschläge im Unternehmen habt Ihr, an welchen Stellen gefastet werden kann?

Herzliche Grüße

Deine
Iris Dorn